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Heizanlagen – Alternativen zu Gas und Öl

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Welcher Heizungsart gehört die Zukunft
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Der Ukrainekrieg hat die Entwicklung bei den Energiepreisen verschärft, die Preise steigen. Deutschland will unabhängiger werden. Immobilienbesitzer sollten sich über Alternativen zu Gas und Öl Gedanken machen. Wärmepumpe, Solaranlage, Pelletheizung und Fernwärme sind die Heizanlagen der Zukunft.

Ein Blick auf die Gas- und Ölpreise zeigt, wie abhängig deutsche Haushalte und die Industrie von geopolitischen Änderungen sind. Der Krieg in der Ukraine scheint der Beginn einer Zeitenwende in der Energiepolitik zu sein, weg von russischem Gas und Öl.

Nun rücken alternative Heizanlagen in den Fokus der Immobilieneigentümer. Dabei sind die Anforderungen, Kosten und Einbaumöglichkeiten von Wärmepumpe, Solaranlage und Pelletheizung unterschiedlich. Und Fernwärme kommt eh nur für größere Städte infrage.

Für Vermieter, selbst Immobilieneigentümer, ist die Frage nach einer Alternative zu Gas- und Ölheizungen ohnehin zukünftig elementar. Nicht nur die Nebenkosten für den Betrieb der Immobilie werden teurer und die Betriebskostenvorauszahlungen sollten zügig angepasst werden. Der Gesetzgeber wird gegenüber allen Eigentümern, auch innerhalb einer WEG, erhebliche Vorschriften zu Heizalternativen erlassen und so bricht eine Zeitenwende der Energieversorgung an.

Gas- und Ölpreisentwicklung in Deutschland

Die Folgen des Krieges in der Ukraine sind bereits deutlich spürbar. Unsicherheiten zu Energiesanktionen und einem Gasimportverbot aus Russland lassen die Großhandelspreise explodieren. Und die politisch gewollte CO₂-Bepreisung hat die Energiekosten zusätzlich erhöht.

Neben der EEG-Umlage auf Strom, die aktuell zumindest auf Eis liegt, ist die Abhängigkeit von russischem Gas, Öl und auch Kohle erheblich. Laut Wirtschaftsministerium liefert Russland 55 Prozent des Gases, 35 Prozent des Rohöls und 50 Prozent der Kohle. Ein Embargo, von welcher Seite aus auch immer, hätte fatale Folgen für die Gas- und Heizölpreise.

Jeder zweite Haushalt in Deutschland wird mit Gas beheizt und die Bundesregierung zeigt sich bis dato sehr zurückhaltend zum Einfuhrstopp.

Fakt ist aber, dass fossile Energien zukünftig den erneuerbaren Energien weichen sollen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels wirkt der Krieg wie ein Beschleuniger dieses Prozesses.

Das Vergleichsportal Check24 ermittelte, dass eine Musterfamilie in der Heizperiode September 2021 bis Februar 2022 bereits 69 Prozent mehr für Gas zahlen musste, bei einer Ölheizung waren es 68 Prozent mehr. Laut Studien werden zwei Drittel aller Eigenheime mit Gas oder Öl beheizt. Und die Preise werden weiter steigen, so Analysten.

Die Zukunft von Gas- und Ölheizungen

Die Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien ist bereits politischer Duktus, Stichwort Klimaneutralität und die Tage von Gas- und Ölheizungen waren bereits vor dem Ausbruch des Krieges gezählt. Nun wird diese Entwicklung beschleunigt.

Fakt ist: Sanierungswillige Eigentümer dürfen ab 2026 nur in Ausnahmefällen eine Ölheizung einbauen. Der Einbau eines Gas- oder Ölheizkessels als alleinige Energiequelle ist praktisch ab 2025 verboten. Die Ampelregierung aus SPD, Grünen und FDP hat Heizsystemen mit fossiler Energie den Kampf angesagt. Ab 2025 müssen neu eingebaute Heizanlagen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien heizen.

Die Zukunft des Heizens ist klimaneutral, so Experten. Immobilieneigentümer und Vermieter sollten sich daher zeitnah mit möglichen Alternativen auseinandersetzen. Doch welche Heizanlage ist die richtige in puncto Nutzung, baulicher Gegebenheiten und Kosten?

Vorbereitung zum Wechsel der Heizanlage

Die Ein- und Umbaukosten sind sehr unterschiedlich, aber auch die Immobilie selbst gibt vor, welche Heizungsart sich langfristig lohnt. Es gibt also keine Patentlösung, da auch die Rahmenbedingungen und die staatlichen Förderungen unterschiedlich ausfallen und sich auch noch verändern werden.

Ein erster Schritt ist die persönliche Beratung zum Ist-Stand der Heizanlage. Hier helfen Verbraucherschutzverband aber auch Energieberater einen Wechsel der Heizanlage zu planen und Handlungsempfehlungen auszusprechen. Auch die Expertise eines Fachbetriebes für Heiztechnik verschafft Klarheit, ob die baulichen Voraussetzungen, für welche Heizungsart auch immer, gegeben sind. Darüber hinaus weiß man dann, wie teuer der Umbau der Heizanlage wird.

Die Kosten kann man aber senken. Der Staat bietet über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Zuschüsse an. Günstige Kredite zum Einbau einer neuen Heizanlage erhält man über die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW.

Heizanlagen – Alternativen zu Gas und Öl

Die Alternativen zu Gas- und Ölheizungen sind schnell ausgemacht. Spätestens ab 2025 MUSS sich jeder Immobilieneigentümer über einen Wechsel Gedanken machen.

Wärmepumpe als Alternative zu Gas und Öl

Die Wärmepumpe als Hauptenergieerzeuger steht bei den aktuellen Planungen für Eigenheimbesitzer im Fokus. Zu Recht. Denn die Wärmepumpen erzeugen kein CO₂, sofern der Strom, den sie benötigen, aus erneuerbaren Energien kommt. Und sie sind wartungsarm und halten 20 bis 25 Jahre.

Eine Wärmepumpe nutzt die Temperatur der Umluft, oder auch die Erdwärme oder die des Grundwassers. Unter Druck wird ein spezielles Kältemittel erst in Gas und dann in Wärme umgewandelt, um warmes Wasser und Heizenergie zu erzeugen. Dafür benötigt die Anlage Strom.

Das Problem: Ist die Immobilie alt und nicht gut isoliert, braucht es viel Strom, um auf eine passende Temperatur zu kommen. Ferner sind Wärmepumpen in der Anschaffung mit 15.000 bis 30.000 Euro relativ teuer und im Winter könnte eine Luft-Wärmepumpe in einer Immobilie ohne guten Wärmeschutz hohe Stromkosten verursachen. Sofern möglich ist der Einbau einer Erdwärmepumpe sinnvoll, da von den Jahreszeiten unabhängig.

Fernwärme als Alternative zu Gas und Öl

Der Fernwärme, so die Bundesregierung, gehört zu den wohl besten Alternativen, sofern die Wärme durch erneuerbare Energien erzeugt wird. Aktuell ist das aber nicht der Fall. Dabei gelangt die Wärme über ein Fernwärmenetz an die Verbraucher. Ideal ist die zentrale Erzeugung in einem Heizkraftwerk.

Doch nur in Ballungsgebieten der Städte ist diese Form derzeit möglich. Ein Ausbau des Fernwärmenetzes in flächendeckender Form und auf dem Land ist schwierig und teuer. Auch der Wechsel der Heizkraftwerke von der Müll-, Kohle- und Gasverbrennungsanlage hin zu Wind-Solar- und Wasserkraft dürfte Jahre dauern.

Für Mehrfamilienhäuser, ergo auch Vermieter in Städten, ist Fernwärme wohl die einfachste Form bei der Umstellung. Dennoch befinden sich in vielen Mehrfamilienhäusern Gasetagenheizungen, die über kurz oder lang abgebaut und durch ein neues Fernwärmeleitungssystem inhäusig ersetzt werden müssen. Dasselbe gilt für Ölheizungen, die in kleineren Mehrfamilienhäusern Wärme erzeugen.

Holz- und Pelletheizung als Alternative zu Gas und Öl

Wer glaubt, dass die Zukunft der Wärmeerzeugung der Holz- und Pelletheizung gehört, könnte sich schwer irren. Gerade wegen der bisher guten finanziellen Förderung wurden viele dieser Heizungen verbaut und werden es noch aktuell. Mit Einbaukosten von 10.000 bis 28.000 Euro sind sie zusätzlich relativ teuer.

Doch Holzheizungen scheint, zumindest mittelfristig, wegen Emissionen das Aus zu drohen. Trotz Empörung der Verbände der Holz- und Forstwirtschaft will das Umweltbundesamt diese Heizmethode als klima- und umweltschädlich einstufen. Ergo könnten die erheblichen Zuschüsse für den Einbau von Pelletheizungen sogar noch in diesem Jahr wegfallen. Ohnehin wird seit langem gefordert, dass Holzheizungen nur mit Totholz oder einer nachhaltigen Bewirtschaftung auskommen sollten. Ausgang offen.

Solarthermie als Alternative zu Gas und Öl

Solarthermie-Anlagen sind sinnvoll, wenn sie als zusätzlicher Wärmeerzeuger verbaut werden. Der Grund liegt mit den niedrigeren Sonnenstunden in Herbst und Winter auf der Hand. Der Vorteil dieser zusätzlichen Energieerzeugung: Solaranlagen können relativ einfach mit anderen Heizsystemen kombiniert werden und finanzielle Hilfe bekommen Einbauwillige mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Ein Verbau einer Solaranlage kostet 5.000 bis 12.000 Euro.

Es ist jedoch nur dann eine Solaranlage ratsam, wenn die Bewohner den Großteil der selbst erzeugten Energie auch nutzen, anstatt sie in das Stromnetz zu leiten.

Im Resümee gibt es zwar Alternativen zu immer teurer werdenden Gas und Öl. Aber der Einbau neuer Heizsysteme sollte im Vorfeld gut überlegt und geplant sein. Noch kann man die aktuelle Situation als Sensibilisierungsphase verstehen und die Politik muss und wird ohnehin durch neue Gesetze und Investitionen die Abhängigkeit fossiler Brennstoffe einschränken. Die Frage ist und bleibt: Wann sollten sich Immobilieneigentümer und Vermieter für eine andere Heizungsart entscheiden? Die Antwort kann nur lauten: zeitnah!

 

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