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Fakten zur Klimaabgabe

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Die Klimaabgabe - Paradigmenwechsel mit nachhaltiger Wirkung für Vermieter
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Die Bundesregierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Klimaschutz in Deutschland voranzutreiben. Ein Werkzeug hierbei ist die sogenannte Klimaabgabe, die mit einem 10-Stufen-Modell arbeitet. Durch die Klimaabgabe teilen sich zukünftig Mieter und Vermieter die Kosten für CO2-Emissionen. Wie hoch die jeweiligen Kosten sind, hängt vom Zustand der jeweiligen Immobilie ab.

Das Ziel der Klimaabgabe ist es, den CO2 Ausstoß in Deutschland zu reduzieren. Dies soll durch höhere Kosten für Mieter und Vermieter erreicht werden. Im Rahmen eines 10-Stufen-Modells zeigt sich, wie hoch die Kosten im Einzelnen ausfallen. Dieser Artikel stellt die Klimaabgabe vor und erläutert, welche Regelungen ab 2023 auf Mieter und Vermieter zukommen.

Ziele der Klimaabgabe

Nicht nur Industrie und Mobilität führen zu einem hohen CO2-Ausstoß, sondern auch der Privatsektor und speziell das Wohnen ist für zahlreiche schädliche Emissionen verantwortlich. Die Klimaabgabe, politisch gewollt und Teil des Generationenvertrags für das Klima, verfolgt das Ziel, für mehr Umweltschutz im Immobiliensektor zu sorgen. Vermieter sollen motiviert werden, ihre Immobilien zu sanieren und zu dämmen, wohingegen Mieter einen Anreiz erhalten sollen, weniger zu heizen.

Es lässt sich grundsätzlich exakt bestimmen, wie viel CO2-Emissionen eine Immobilie verursacht. Hierbei werden unter anderem die Dämmung, die Heizungsanlage sowie die Fenster und Türen in den Blick genommen. Im Rahmen der Abgabe soll dafür gesorgt werden, dass für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein bestimmter Preis gezahlt wird. 2021 lag dieser Preis bei 25 €, 2022 stieg er auf 30 € und bis 2025 wird er auf 55 € klettern.

Diese Regeln gelten ab 2023

Bisher war es so, dass Vermieter die Kosten für CO2-Emissionen an ihre Mieter weitergeben konnten. Das führte in der Konsequenz dazu, dass sie keine Veranlassung hatten, energetische Sanierungen vorzunehmen und beispielsweise ihre Immobilie mit einer modernen Dämmung auszustatten. Die Mieter wiederum hatten keine Handhabe, eine notwendige Sanierung in die Wege zu leiten, obwohl sie aufgrund der höheren Kosten durchaus ein Interesse daran gehabt hätten.

Durch die Abgabe ändert sich diese Situation nun. Mieter und Vermieter müssen sich gleichermaßen an den Kosten beteiligen und haben somit ein Interesse daran, Energie einzusparen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Die Bundesregierung erhofft sich von der Klimaabgabe eine Lenkungswirkung, die zu deutlich mehr Umweltschutz in den 41 Millionen Privathaushalten führen soll. Idealerweise werden Immobilien modernisiert und energetisch saniert und es findet ein Umdenken beim Energieverbrauch der Mieter statt.

So funktioniert das 10-Stufen-Modell bei der Klimaabgabe

Bei der Berechnung, wie hoch die Anteile von Vermietern und Mietern bei der Abgabe sind, kommt ein sogenanntes 10-Stufen-Modell zum Einsatz, so wie bereits Mitte 2022 vermutet. Durch dieses ist der jährliche CO2-Ausstoß mit den prozentualen Kosten von Mietern und Vermietern verknüpft. Bei alten, schlecht gedämmten Häusern ist der Vermieteranteil bei der Klimaabgabe besonders hoch und bei einem ausgesprochen geringen CO2-Ausstoß können die Kosten vollständig an die Mieter weitergegeben werden.

Das 10-Stufen-Modell orientiert sich an zwei Extremen. Wenn eine Immobilie eine besonders schlechte Energiebilanz aufweist und über keine oder nur eine schlechte Dämmung verfügt, kommt es zu einem jährlichen Ausstoß von über 52 kg CO2/m². In diesem Fall verteilen sich die Kosten bei der Klimaabgabe zu 90% auf die Vermieter und zu 10% auf die Mieter. Auf der anderen Seite liegt bei einem extrem gut gedämmten und modernen Gebäude der jährliche Ausstoß bei weniger als 12 Kilogramm CO2/m². In diesem Fall müssen Vermieter keine Klimaabgabe entrichten, sondern können die Kosten zu 100% an die Mieter weitergeben. Das ist beispielsweise bei einem Standard EH 55 Gebäude (dieses verbraucht lediglich 55% der Energie eines Standardhauses) der Fall.

Hinweis: Erst durch die Dämmung haben Mieter die Möglichkeit, Einfluss auf den Verbrauch eines Hauses zu nehmen, indem sie beispielsweise sparsam heizen. Die Klimaabgabe und das 10-Stufen-Modell wollen Vermieter daher motivieren, eine energetische Sanierung vornehmen zu lassen.

Zwischen diesen beiden Polen sind Immobilien mit unterschiedlich guter Dämmung zu finden. Abhängig davon, zu welcher Stufe eine Immobilie zu rechnen ist, fallen unterschiedlich hohe Kosten an. Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten sich daher mit dem 10-Stufen-Modell beschäftigen, um zu wissen, wie hoch ihr jeweiliger Anteil an der Klimaabgabe ist. Das Modell kommt bei allen Wohngebäuden zum Einsatz, wobei Ausnahmen für denkmalgeschützte Gebäude und Milieuschutzgebiete bestehen.

Kosten der Klimaabgabe an einem Beispiel

Ein Gebäude mit schlechter Energiebilanz verursacht für Vermieter in 10 Jahren über 1.600 € CO2-Steuer bei Heizöl und über 1.200 € bei Gas. Das entspricht bei 6 Wohneinheiten Kosten in Höhe von mehr als 10.000 € beziehungsweise mehr als 7.000 €. Eine Sanierung ist zwar teurer, durch höhere Modernisierungsmieten und staatliche Fördermittel lohnt sie sich oft dennoch. Ausgehend für den Öl- und Gaspreis von Januar 2022 ergeben sich für eine Wohnfläche von 90 m² und einem Verbrauch von 1.224 Liter (Öl) 116,28 € beziehungsweise 10.600 Kilowattstunden (Gas) 74,20 € Klimaabgabe pro Jahr.

Fazit: Die Klimaabgabe soll eine Lenkungswirkung erzielen

Das Hauptziel der Klimaabgabe besteht darin, eine Lenkungswirkung beim Energieverbrauch zu erzielen. Vermieter sollen zu einer energetischen Sanierung und Mieter zu einem sparsamen Energieverbrauch animiert werden. Es wird sich in den kommenden Monaten zeigen, ob die Klimaabgabe mit ihrem 10-Stufen-Modell diesem Anspruch gerecht wird.

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